Marrakesch ist eine Königs- und Karawanenstadt, ein herrlich verworrenes Kapitel aus 1001 Nacht. Hier gibt es einen der größten und wohl auch touristischsten Märkte Afrikas.
Kurz nach Sonnenuntergang kommen die Schlangenbeschwörer, Gaukler, Akrobaten und Feuerschlucker auf den Platz Djemaa el Fna und gehen ihrem Gewerbe nach: dem Geldverdienen. Einigen Besuchern vergeht der Spaß, wenn sie für achtlos geschossene Fotos oder unerbetene Tricks ihre Brieftasche zücken sollen, andere nehmen die kleinen Überrumpelungsversuche mit sportlicher Gelassenheit und schlemmen an einer der Garküchen Krabben, Couscous oder würzigen Lammfleischeintopf. An einer Ecke stehen mindestens zehn Saftverkäufer, die sich in ihren Preisen für frisch gepressten Orangen- oder Grapefruitsaft ständig zu unterbieten scheinen.
Marrakesch ist das New York der Berber, von denen über die Hälfte, rund zwölf Millionen, in Marrokko lebt. Die lachsfarbenen Häuser sind niedriger und der Handel findet meist auf offenen Märkten statt, aber das Prinzip ist das selbe: Money, money, money ... Wer diesem Treiben ebenso augenzwinkernd und humorvoll begegnet wie viele Einheimische, der wird in der Stadt auf seine Kosten kommen. Wer eine romantische Märchenstadt aus 1001 Nacht erwartet, der sollte sich lieber auf eine der vielen Dachterrassen legen, den Stimmen von Marrakesch lauschen und das Original lesen.
