Lichtdurchfluteter Sommertraum oder lauschiges Wintermärchen: Stockholms Altstadt wirkt mit seinen orange-rot-gelben Häusern so, als könnten jederzeit ein paar Trolle und Elfen auf der Bildfläche erscheinen.
Kurt Tucholsky brachte den Zauber der Stadt in seiner Novelle "Schloss Gripsholm" mit sehr viel schlichteren Worten auf den Punkt: "Stockholm ist schön. Städte am Wasser sind immer schön“. Stockholm ist eine der unzähligen Städte mit dem Beinamen "Venedig des Nordens", hat ihn aber zweifellos verdient: Etwa 30 % der Stadtfläche sind mit Wasser bedeckt. 24.000 kleine Inseln – die Stockholmer Schären – und unzählige Brücken prägen das Stadtbild. Es gibt keine Schwerindustrie und die "kleine Insel aus Baumstämmen" (die wörtliche Übersetzung von Stockholm) zählt zu den saubersten Großstädten der Welt. Fast sind diese Stadt und die Schweden zu perfekt, um wahr zu sein: Beispielhaft im Umweltschutz, kinderfreundlich, emanzipiert, sozial und außerdem ein Musterbeispiel an Offenheit und Toleranz. Denn kein anderes europäisches Land nimmt im Verhältnis zur Einwohnerzahl mehr Asylbewerber und Kriegsflüchtlinge auf. 15% der Einwohner des Großraums Stockholm sind Immigranten. Sie haben der Stadt in den vergangenen Jahren zu einer Metamorphose verholfen: Aus der Hauptstadt im Norden ist eine der dynamischsten und vielfältigsten Metropolen Europas geworden.
