Der sprichwörtliche "Röstigraben" spaltet die EU-freundliche frankophone und die konservative deutsche Schweiz. Basel nimmt in diesem Gefüge eine Ausnahmestellung ein.
Schon am Flughafen unterscheidet sich die Stadt im Dreiländereck Deutschland, Frankreich und Schweiz vom Rest der Welt: Der EuroAirport BaselMulhouse-Freiburg liegt nämlich auf französischem Territorium und wird mit den Schweizern gemeinsam betrieben, das ist weltweit einzigartig.
Der Rhein teilt die drittgrößte Stadt der Schweiz in Kleinbasel und Grossbasel, 19 sogenannte "Quartiere" bezeichnen die dicht besiedelten Bezirke zu beiden Seiten des Flusses. Schon im 5. Jahrhundert v. Chr. siedelten sich am Rheinknie Kelten an, sechs schwere Pestepidemien später erkannte 1815 der Wiener Kongress die ewig bewaffnete Neutralität der Schweiz an - sieht man von einem unabsichtlichen Bombardement der Allierten ab, blieb Basel im zweiten Weltkrieg unbehelligt.
Trotz der europafreundlichen Einstellung laufen in Basel die Uhren manchmal rückwärts: Zunftbräuche aus dem Mittelalter sind immer noch Teil des Baseler Verkehrs, die Fähren sind nach den Ehrengesellschaften benannt.
