Sie kommen in Wien an und setzen sich in ein Kaffeehaus, weil man das so macht. Nach der Entscheidung Einspänner vs. Melange versuchen Sie, die Aufmerksamkeit eines Kellners auf sich zu ziehen. Er ignoriert Sie, behandelt Sie wie Luft? Glückwunsch! Sie haben den Wiener Charme entdeckt.
Eine Rundfahrt auf dem Ring mit der Straßenbahnlinie 1 oder 2 (im oder gegen den Uhrzeigersinn), und Sie haben genug Prunkbauten, Kaiserkultur und Habsburgerreste für ein ganzes Leben gesehen. An jeder Ecke lehnt ein Mozart und versucht Ihnen Opernkarten zu verkaufen, Sissi winkt von den Postkarten, und wenn Ihnen das noch nicht reicht: 343 Stufen warten im "Steffl" (Stephansdom) darauf, von Ihnen erklommen zu werden.
Die Donaumetropole ist sicher einzigartig, eine Mischung aus elitärer Clubszene, zynischer Stammtischphilosophie und mondänem Ehrgeiz. Die Hauptstadt zelebriert den Tod wie keine andere Stadt, in grantigen Wiener Liedern ebenso wie auf dem zweitgrößten Friedhof Europas. Die Wiener sind ständig bemüht ihren Ruf zu wahren – den als misanthrope Gastronomen ebenso wie den als charmante Handküsser, als sture Patronen der Gemütlichkeit und als liebenswerte "Schmähtandler". Hört sich gar nicht so toll an? Ist es aber. Kommen Sie her und lassen Sie sich überzeugen.
