Zürich bietet laut einer Studie aus dem Jahr 2007 die weltweit höchste Lebensqualität. Die Finanzmetropole am Zürichsee ist entgegen ihrem Image alles andere als bieder.
Gegen Ende der 1990er-Jahre erlebte die Stadt durch die Änderung von Baugesetzen ein Revival: Viele trendige Restaurants, Bars und Clubs gaben ihr ein Facelift, das alten Vorurteilen von Zürich als langweiligem Provinznest den Nährboden entzog. Der Spitzname "Zu reich" ist eine weitere verbreitete Schmähung der Stadt. Tatsächlich könnten die Neider nicht weiter daneben liegen, zumindest was den äußeren Anschein betrifft: Die Züricher stellen ihren Reichtum nämlich nicht gerne zur Schau. Gepflegtes Understatement heißt die Devise in einer Stadt, die einen guten Teil ihres Wohlstands dem Schweizer Bankgeheimnis verdankt. Der berühmte Züricher Bankier Hans J. Bär gestand in seinen Memoiren, dass er sich zwei identische Limousinen zulegte, damit seine Nachbarn dächten, er besitze nur eine. Unter dem Namen "Turicum" existierte die Stadt bereits unter den Römern. Im 18. Jahrhundert entwickelte sie sich durch die Textilindustrie zu einer der wichtigsten Industriestädte der Schweiz. Heute zählt der internationale Finanzplatz Zürich neben Metropolen wie New York, London oder Tokio zu den sogenannten Global Cities.
