Peking ist die Stadt der Superlative: In der Hauptstadt der kommunistischen Volksrepublik gibt es die längsten Staus, den dicksten Smog, die meisten Baustellen, die gigantischsten Umsiedlungsprojekte, die größten Einkommensunterschiede.
Die Dynamik der Stadt und der Wille zur Veränderung ist schwindelerregend. Wer Peking dieses Jahr besucht, erkennt Teile davon schon im nächsten Jahr kaum noch wieder. Die eigenartige Spannung zwischen kaiserlicher Tradition, kommunistischer Vergangenheit und kapitalistischer Gegenwart spiegelt sich im Stadtbild wider: Da ist der Kaiserpalast in der Verbotenen Stadt mit seinen Altären und Tempeln; dann das Peking der 1950er- bis 1970er-Jahre, mit Plattenbauten und dem Platz des Himmlischen Friedens; schließlich das Peking der immer höher wachsenden Wolkenkratzer, Shoppingmalls und extravaganten Villen für die chinesischen Milliardäre - viele dieser Anwesen sind Miniaturnachbildungen französischer Schlösser. Mit dem eigenen historischen Erbe wurde in der Vergangenheit oft achtlos umgegangen, so blieben nur die wichtigsten kaiserlichen Gebäude erhalten. Vieles wurde abgerissen und umgebaut. Dennoch ist das alte Peking nach wie vor ein Erlebnis. Der Kaiserpalast ist ein architektonisches Meisterwerk und seine Kunstsammlungen präsentieren das kulturelle Erbe aus drei Jahrtausenden.
