KIEW

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FACTS

Die Bewohner der ukrainischen Hauptstadt basteln gerne an Mythen: Alles wird ausgeschmückt, spannender gemacht, hemmungslos übertrieben. Als wäre die Geschichte der Stadt nicht aufregend und abwechslungsreich genug gewesen.

Schon über das Alter der Stadt am Dnepr sind sich Bewohner und Historiker nicht einig. Variante 1: Drei Brüder haben die Stadt am Anfang des 6. Jahrhunderts gegründet, die Festung, die ihren Standort markierte, wurde nach dem Ältesten, Kyi, benannt. Die meisten Historiker glauben jedoch, dass die Stadt knapp 400 Jahre später, nämlich 882, als fürstliche Residenz erstmals in Erscheinung trat. Die Bezeichnung "Mutter aller russischen Städte" hätte Kiew dann allerdings gar nicht verdient.
Als wäre die Geschichte im "Jerusalem des Ostens" nicht schon abwechslungsreich genug, werden hier Fakten gern zu Legenden ausgebaut. Der Boxer Klitschko als Bürgermeisterkandidat, die Demonstrationen während der Orangenen Revolution reichen nicht: Die Ukrainer behaupten etwa gern, dass schon Richard Löwenherz in einer Kiewer Burg residiert hatte (die wurde aber erst 1904 gebaut), und dass die kahlen Hügel der Stadt allesamt verwunschen und verhext seien (da fällt der Gegenbeweis schon etwas schwerer).
Wer mit offenen Ohren durch die Stadt geht und den Kontakt zu den Einwohnern sucht, wird noch mehr solcher Geschichten zu hören bekommen - mehrmals und in verschiedensten Versionen.

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FIGURES

Was Sie über Kiew vermutlich noch nicht wussten: Die Mutter-Heimat-Statue (68 m ohne Sockel) ist höher als die Freiheitsstatue (46,5 m ohne Sockel). Und es gibt eine Rolltreppe, auf der man Krieg und Frieden lesen kann.

Name in Landessprache
Київ/Kyjiw
Staat
Ukraine
Geographische Lage
50° 27' N, 30° 30' O
Seehöhe
179 m
Einwohner
2.455.900 (Zensus 2006)
Telefonvorwahl
+38 (0)44
Währung
1 Euro = 6,65 UAH (Hrywnja)
Zeitunterschied zu UTC
+ 2 h (Sommerzeit + 3 h)
Zeitunterschied zu MEZ
+ 1 h
Offizielle Website
http://kmv.gov.ua
Bekanntester Raucher
Zino Davidoff (der mit den Zigarren)
Bekannteste Schauspielerin
Milla Jovovich
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GET AROUND

Kiew-Boryspil
Der Flughafen liegt 30 km außerhalb der Stadt. Am besten fahren Sie mit dem Taxi in die Stadt. Bei weitem nicht alle Taxifahrer sprechen Englisch, schreiben Sie sich den Namen Ihres Hotels am besten auf Ukrainisch auf. Eine Fahrt in die Stadt kostet ca. € 10,–. Es fährt auch ein Shuttlebus in die Stadt. Der kostet nur ca. € 1,50, Sie brauchen damit allerdings eine Stunde.

U-Bahn
Drei Linien durchqueren Kiew. Die Tunnel liegen teilweise bis zu 100 Meter unter der Erde, nehmen Sie was zum Lesen für die Rolltreppe mit. Eine Fahrt kostet ca. € 0,10, Linienplan: http://de.wikipedia.org/wiki/Bild:Kyiv_Metro_map.svg

Standseilbahn (Funikuljor)
Seit 1905 verbindet eine Standseilbahn die Unter- und Oberstadt Kiews. Die zweiminütige Fahrt kostet ca. € 0,10, von der Bergstation sehen Sie gut über den unteren Stadtteil - super für die Orientierung.
Station hinter der St.-Michael-Kathedrale, U-Bahn-Station Poshtova Ploscha

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SIGHTSEEING

Goldenes Tor
Das Goldene Tor wurde unter Prinz Yaroslav dem Weisen 1037 errichtet, es sollte vor einer Invasion schützen. Seit 1983 steht daneben ein Museum, das Aufschluss über die mittelalterliche Vergangenheit Kiews gibt und einen fantastischen Panoramablick über die Stadt gewährt.
Volodymyrs’ka 40a, Mai-Okt 10-17 Uhr, Di geschlossen

Tschernobyl-Museum
Morbides aus der radioaktiven Zone: Lichtinstallationen und Strahlenschutzanzüge unterstreichen düster die vergiftete Atmosphäre. Für Katastrophentouristen gibt's Bilder der Opfer und eine genaue Chronologie der Ereignisse.
Pereulok Khorivoy 1, 10-17.45 Uhr, Sa 10-16.45 Uhr

Das Haus mit den Chimären
Ein talentierter Architekt, der passionierter Jäger ist: So entsteht ein Haus, das einen mythologischen Dschungel an sich hat. An der Fassade jagen Seemonster nach Schlangen, Elephanten trompeten neben Waldelfen, Dämonen freuen sich über ein Rhinozerus zum Abendessen. Das Haus, das Gorodetzky aufgrund einer Wette entwarf und 1902 fertig stellte, gehört zu den fünf schönsten Gebäuden der Stadt.
Bankovaya Str. 10

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INSIDER TIP

Pantyusha
Dies ist die Geschichte einer Katze, der ein bronzenes Denkmal gesetzt wurde: Einst lebte die Katze Pantyusha in einem Restaurant, sie wurde wegen ihrem lieben Wesen von allen geliebt. Täglich ging sie von Tisch zu Tisch, um sich davon zu überzeugen, dass alles in Ordnung war und niemand zu spät nach Hause ging. Als sie bei einem Feuer ums Leben kam, setzten die Gäste des Restaurants der Katze ein Denkmal, polierten es und streichelten es, wann immer sie daran vorbei gingen.
Im Park nahe dem Goldenem Tor, Kreuzung Yaroslavov Val/Lysenko Str.

Gogols Nase
Und gleich noch ein urbaner Mythos: Vor langer, langer Zeit wanderte der berühmte Schriftsteller Nikolai Wassiljewitsch Gogol durch Kiew. Es war Winter und bitterkalt, also holte sich Gogol einen Schnupfen. Damit auch nachfolgende Generationen dem Autor die Nase putzen können, hängt Gogols goldene Nase an der Mauer eines Hauses, wo sie von Besuchern gerne gekniffen und gerieben wird.
Andreevskiy Spusk 34

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EAT & DRINK

Die Ukraine wird auch der "Brotkorb Europas" genannt - nicht zu Unrecht. Brot ist die Basis eines jeden ukrainischen Menüs: Honore de Balzac zählte einst 77 verschiedene Zubereitungsarten des Grundnahrungsmittels.

Chicot
Das gemütliche Restaurant war eigentlich als Künstlercafe konzipiert, im Laufe der Jahre entdeckten es aber Politiker, Geschäftsleute und berühmte Sportler für sich. Das Menü lässt sich mit einem Wort beschreiben: "gefüllt". Hier bekommt man Ente gefüllt mit Äpfeln, Huhn gefüllt mit Orangen bzw. Aprikosen und Truthahn gefüllt mit Äpfeln. Der gefüllte Magen ist garantiert.
Ivana Franka Street 27, Tel: 246 52 83

Dekadence House
Nomen est omen: Hier wird hochherrschaftlich zwischen rotem Samt und feinstem Kristall diniert, entweder beim Pöbel im Saal oder in der VIP-Lounge in der klassischen Bibliothek - Adel verpflichtet. Das Menü hingegen hört sich dann aber gar nicht mehr so nobel an: Auf der Karte stehen Spaghetti Carbonara und sonstige italienische Grundnahrungsmittel.
Shota Rustaveli Str. 16, Tel: 206 49 20

Chumatskyi Shlyah
Das Restaurant liegt außerhalb der Stadt in einem wunderschönen Naturgebiet. Holz und Stein dominieren die Einrichtung, an den Wänden hängen Waffen der Kosaken, ukrainische Musik wird gespielt. Die kostümierten Kellner servieren Schaschlik vom Feinsten im rustikalen Ambiente. Das Routentaxi Nr. 309 fährt von der U-Bahn-Station Vidubichi zum Restaurant.
Obukhovskiy, Romankiv, Sosnovaya Str. 10, http://chumackiy.kiev.ua

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HOTELS

Premiere Palace Hotel
Hier gibt's Feng-Shui-Suiten, Zimmer im Stil der 1980er-Jahre und das imperial-russische Deluxe-Apartment. Die Restaurants setzen den Mischtrend fort: Sushi in geradliniger oder Traditionelles im rustikaler Atmosphäre.
Bulvar Tarasa Shevchenko 5-7/29, Tel: 537 45 00, DZ ab € 280,–, www.premier-palace.com

Perlina
Das Hotelschiff ankert am Dnepr, die etwas kitschige Einrichtung ist in Rosa und Lindgrün gehalten. Das sanfte Schaukeln des Flusses und das Plätschern der Wellen ist aber eindeutiger netter als das Flair eines normalen Hotels.
Moorage 5, Naberezhno-Kreschatitskaya Str., Tel: 451 55 66, DZ ab € 136,–, www.perlina.kiev.ua

Olympic
Die Jugendherberge "Olympic" gibt sich sportlich: Sauna, Pool, Fußballfeld und Tennisplatz. Unterkunft nur mit Reservierung!
Marshala Zhukova Str., DZ ab € 15,–

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NIGHTLIFE

Modabar
Sicher der bekannteste Club Kiews. Die Schönen der Stadt führen ihre teuren Kleider aus, die Küche serviert Sushi, auf der Tanzfläche treiben sich die angesagtesten Leute herum.
Naberezhno-Kreschatytska Str., Pier 6, 20-6 Uhr

MOJO
Am Nachmittag ein Restaurant, am Abend ein Club. Alle Räume sind unterschiedlich dekoriert, es gibt ein Spiegelzimmer, ein Zimmer mit Handys an den Wänden und ein romantisches Zimmer. Zu französischem Fusionfood ertönt rockige Musik.
Kreschatyk Str. 15, Tel.: 228 17 17

44 Art Club
In dem gemütlichen Lokal wird jeder herzlich willkommen geheißen. Hier begegnet man offenen, netten Menschen. Die Musiker spielen oft experimentellen Jazz, die Galerie im hinteren Bereich legitimiert den Namen des Lokals.
Khreschatyk Str. 44b, 10-2 Uhr

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SHOPPING

In Kiew kommen vor allem Schmuckliebhaber auf ihre Kosten: In der Hauptstadt wird der bei weitem größte Teil der Silber- und Goldwaren der Ukraine hergestellt und verkauft.

In Kiew gibt es viele große Einkaufszentren, kleine Boutiquen wie "Bally" (Kreschatyk 15, 10-19 Uhr, Sa 10-21 Uhr, So 10-19 Uhr) oder "Fashion Club" (Chervonoarmiys’ka 23, 11-20 Uhr, Fr/Sa 11-21 Uhr) sind seltener.

Mandarin Plaza
Das Einkaufszentrum liegt mitten im Zentrum. Hier kaufen die wohlhabenderen Bürger der Stadt ihre Haute Couture: Valentino, Christian Lacroix, Givenchy, Versace, Liu Jo und Max Mara sind nur einige der exquisiten Designer. Auch Schmuck und Kosmetikartikel sind im Plaza heiß begehrt.
Baseyna Str. 6, 10-21 Uhr

Gorodok
Das Einkaufszentrum heißt übersetzt "Kleinstadt". Wie in einer richten Stadt tragen die Gänge Namen wie "Frühlingsstraße" oder "Aprikosenstraße". Im "Golden Quarter" finden Sie die Juweliere. Im Zentrum gibt's alles von der Taschenlampe bis zum feinen Herrenanzug.
Moskovsky Allee 23

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SOUVENIRS

Ukrainian Souvenir
Der Laden erfüllt alle Wünsche, die Souvenirjäger nur haben können: Holzerzeugnisse, Keramik, bemalte Eier, Schutzzauber, Matrjoschkas, Hufeisen und vieles mehr. Wenn Sie die Mitbringsel nicht heimschleppen wollen, können Sie auch online bestellen.
Pushkinskaya 31a, Tel. 234 22 77, 10-20 Uhr, www.ukrsov.kiev.ua

Andriyivsky Uzviz
Die älteste Straße der Stadt ist voll von Kunstmärkten und Souvenirshops. Wer sich die Liebe seiner Freunde und der Familie sichern will, kann auch hier ein Geschenk für sie kaufen.

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