"Wir können alles, nur kein Hochdeutsch" - mit diesem Spruch werben Stuttgarter Marketingstrategen für ihr "Musterländle" Baden-Württemberg auf Plakaten und im Fernsehen. Wie wahr!
Die Schwaben, so heißt das erfolgreiche Völkchen im Südwesten Deutschlands, können teure Autos bauen (Mercedes, Porsche), eine Industriestadt wie Stuttgart zur grünsten Metropole des Landes machen, die meisten Patente anmelden, guten Wein herstellen, bedeutende Kunstwerke errichten, Spätzle und Maultaschen drehen und natürlich "schaffe, schaffe, Häusle baue". Die Stuttgarter haben schon sehr früh aus der Not eine Tugend gemacht: Im 19. Jahrhundert durch Mittelgebirge, mangelnde Verkehrswege und fehlende Rohstoffe von der Industrialisierung in Deutschland ausgeschlossen, begannen die buchstäblich armen Schlucker in ihren kleinen Werkstätten zu tüfteln und experimentieren. Heute gilt die Stadt trotz der großen Autowerke als Hauptstadt des Mittelstandes. Die großen Familienbetriebe produzieren einen Exportschlager der Zukunfstechnologien nach dem anderen. So viel Perfektion macht neidisch, und deshalb wird der angeblich so fleißige, geizige, penible und spießige Schwabe immer wieder zur Zielscheibe des Spottes. Das liegt nicht zuletzt an seinem singlich-süßlichen Dialekt, denn eines kann er wirklich nicht: Hochdeutsch.

Beginnen Sie Ihren Bummel am besten in der 1000 Meter langen Fußgängerzone auf der Königstraße und Schulstraße. Die exklusivsten Läden finden Sie in der Calwer Straße mit ihren Designerboutiquen, Juwelieren und Ledergeschäften. Das Bohnenviertel bietet Galerien, Antiquitätenläden und Ramschgeschäfte - es ist nach wie vor ein Geheimtipp für Kunstliebhaber und Schnäppchenjäger. Kulinarisches finden Sie in der 1914 errichteten Großen Markthalle, wo es viel frisches Obst, Gemüse, Fleisch und Gewürze gibt. Der Ökolandbau ist in Baden-Württemberg prominenter als anderswo und die kaufkräftigen Stuttgarter lieben alles, was nach Natur aussieht und schmeckt.