Bukarest gleicht einem riesigen Quilt, aufgetrennt und neu zusammengesetzt von ethnischen Minderheiten, ehrgeizigen Diktatoren und schöngeistigen Monarchisten, gehalten von alten Mythen und nachtaktiven Legenden.
"Wo bist du, Tepeş, Herr?" – die Rumänen fragen immer noch nach ihrem berühmtesten Einwohner, Vlad Draculea Tepeş, auch bekannt als Graf Dracula; einem erklärten Gegner der Unordnung, Faulheit und chaotischen Misstände. Nicht, weil die Rumänen einen solchen Herrscher brauchenwürde; aber die Touristen stehen eben extrem auf den dunklen Gesellen.
Auf der anderen Seite steht eine umwerfend vielfältige Architektur und Kultur, ein bunter Fleckerlteppich aus französischem Prachtboulevard, Wiener "şniţel" (Schnitzel) und dem tragenden Kontrabass der Romamusik. In der Stadt, die 1459 durch Vlad Draculeas Unterschrift urkundlich bezeugt wurde, kämpfen heute alle um einen Platz an der Sonne: Dicke Baumwurzeln, die sich ihren Weg durch den Beton bahnen, ebenso wie die Bevölkerung, die sich inmitten des ständigen Umbruchs ihre Traditionen und ihren schwarzen Humor bewahrt hat.
