Sagt der eine: "Heute spielt Österreich-Ungarn". Sagt der andere: "Gegen wen?". Wenn man Budapest etwas genauer betrachtet, stellt sich heraus – der alte Witz hat seine Berechtigung, das monarchische Erbe der Stadt ist groß.
Durch Budapest wie durch Wien fließt die Donau, die Ungarische Staatsoper weist bauliche Ähnlichkeiten mit der Wiener Staatsoper auf, der Weihnachtsmarkt am Vörösmarty tér verkauft den selben Kitsch wie der Wiener Rathausplatz zur selben Zeit, Kaffeehauskultur ist in beiden Städten kein Fremdwort, außerdem amüsieren sich Ungarn und Österreicher jährlich bei Festen auf den Inseln in der Donau, und die ewigen Diskussion um die "Hundstrümmerl" scheinen die Bevölkerung beider Städte zu spalten.
Aber was unterscheidet die Hauptstädte dann? Wer schon in beiden Westbahnhöfen eingefahren ist, der weiß: Der ungarische Bahnhof ist schöner. Darüber hinaus darf sich Budapest seit 1934 "Badestadt" nennen, die annähernd einhundert Thermalquellen locken seit jeher Badegäste in das einstige "Aquincum". Übrigens ist Budapest angeblich die einzige rattenfreie Stadt der Welt, außerdem ist die Budapester U-Bahn die älteste des europäischen Festlandes und überhaupt ist die ungarische Sprache in keinster Weise mit der deutschen verwandt. Wer Wien kennt, sollte sich also trotz aller Gemeinsamkeiten nicht einbilden, auch Budapest zu kennen.
